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CARMINA BURANA

CARMINA BURANA
09. August 2014 h. 22.00

Mit Beginn um 22.00 Uhr stehen die Carmina Burana von Carl Orff auf dem Spielplan. Vom Pult dirigiert M° Andrea Battistoni.




 

Carmina Burana (lateinisch für Beurer Lieder oder Lieder aus Benediktbeuern) ist der Name einer Anthologie von 254 mittellateinischen, seltener mittelhochdeutschen, altfranzösischen oder provenzalischen Lied- und Dramentexten, die 1803 in der Bibliothek des Klosters Benediktbeuern gefunden wurde.
 

Die Texte wurden im 11. und 12. Jahrhundert (einige auch erst im 13. Jahrhundert) von zumeist anonymen Dichtern verfasst. Die Carmina Burana gelten neben den älteren Carmina Cantabrigiensia als wichtigste Sammlung der Vagantendichtung.
 

Die Carmina Burana sind in vier Gruppen unterteilt:

  1. 55 moralische und Spottgesänge,
  2. Liebeslieder – mit 131 Beispielen die größte Gruppe,
  3. 40 Trink- und Spielerlieder,
  4. zwei längere geistliche Theaterstücke.

Diese thematische Gliederung wird nicht streng durchgehalten: die eigentlich in der Gruppe der Liebeslieder stehen, handelt es sich um Klagelieder, eine Satire und zwei Lehrgedichte über Tiernamen. Es gilt als wahrscheinlich, dass es ursprünglich auch eine Gruppe mit geistlichen Liedern gab, die aber verloren sind. Der Anhang enthält 21 vermischte Lieder teils geistlichen Inhalts, ein Prosagebet an den Heiligen Erasmus und vier weitere geistliche Spiele, die teils nur fragmentarisch überliefert sind. Innerhalb jeder dieser Gruppen snd die Carmina Burana nach thematischen Gesichtspunkten geordnet, z. B. Abkehr von der Welt, Kreuzzugslieder oder Bearbeitungen antiker Stoffe, neben denen auch formal-metrische Ordnungskriterien bestehen.
 

Weitere häufig wiederkehrende Themen sind Kritik an Simonie und Geldgier in der Kirche, die mit dem Aufkommen der Geldwirtschaft im 12. Jahrhundert rasch um sich gegriffen hatte, Klagelieder (sogenannte Planctus), z. B. über das Auf und Ab des menschlichen Schicksals oder über den Tod, die hymnisch gefeierte Wiederkehr des Frühlings, die – mitunter auch gewaltsame – Verführung einer Schäferin durch einen Ritter, Studenten oder Kleriker (die sogenannte Pastourelle) und die Beschreibung der Liebe als Kriegsdienst, ein Topos, der aus den Liebeselegien des Ovid bekannt war. Dieser Dichter und besonders seine erotischen Elegien werden in den Carmina Burana rezipiert, imitiert oder übersteigert:. Typisch sind auch die zahlreichen Schilderungen eines nachgerade paradiesischen Wohllebens für das sogar die Autorität des antiken Philosophen Epikur in Anspruch genommen wird.